Jemand

der nicht künstlerisch arbeitet, kann nicht ermessen, wie es ist, gänzlich aus sich selber zu schöpfen. WASFÜRNATELIERTACHUFF.

Leben eben.

Respect Doc

„Es ist unmöglich, einen Menschen ganz zu verstehen,
wenn man seiner Beurteilung einen Gattungsbegriff zugrunde legt.
Am hartnäckigsten im Beurteilen nach der Gattung ist man da, wo es sich um das Geschlecht des Menschen handelt. Der Mann sieht in der Frau, die Frau im Manne fast immer zu viel von dem allgemeinen Charakter des anderen Geschlechts und zu wenig von dem individuellen.
Im praktischen Leben schadet das den Männern weniger als den Frauen.
Die soziale Stellung der Frau ist zumeist deshalb eine so unwürdige, weil sie in vielen Punkten, wo sie es sein sollte, nicht bedingt ist durch die individuellen Eigentümlichkeiten der einzelnen Frau, sondern durch die allgemeinen Vorstellungen, die man sich von der natürlichen Aufgabe und den Bedürfnissen der Frau macht….
So lange von Männern darüber debattiert wird, ob die Frau ‘ihrer Naturanlage nach’ zu diesem oder jenem Beruf tauge, so lange kann die sogenannte Frauenfrage aus ihrem elementarsten Stadium nicht herauskommen.
Was die Frau ihrer Natur nach wollen kann, das überlasse man der Frau zu beurteilen.
Wenn es wahr ist, dass die Frauen nur zu dem Berufe taugen, der ihnen jetzt zukommt, dann werden sie aus sich selbst heraus kaum einen anderen erreichen, Sie müssen es aber selbst entscheiden können, was ihrer Natur gemäß ist.
Wer eine Erschütterung unserer sozialen Zustände davon befürchtet, dass die Frauen nicht als Gattungsmenschen, sondern als Individuen genommen werden, dem muss entgegnet werden, dass soziale Zustände, innerhalb welcher die Hälfte der Menschheit ein menschenunwürdiges Dasein hat, eben der Verbesserung gar sehr bedürftig sind .“
Rudolf Steiner in „Die Philosophie der Freiheit“ 1894